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Einsatzmöglichkeiten eines Geoinformationssystems bei der Lärmminderungsplanung

Catharina Riedemann
 
 
 
1. Einleitung
2. Ziele und Verfahrensablauf der Lärmminderungsplanung
3. In ARC/INFO beispielhaft realisierte Unterstützungen
4. Kritische Betrachtung des GIS-Einsatzes
5. Ausblick
6. Literaturhinweise
Verfasserin
 
 
1. Einleitung
Wie alle Planungsaufgaben ist auch die Lärmminderungsplanung auf fundierte Entscheidungsgrundlagen angewiesen. Deren Ermittlung ist sehr aufwendig und ohne DV-Unterstützung nicht möglich. Während für die Berechnung von Schallimmissionen diverse Programme zur Verfügung stehen, ist ein Defizit beim Auffinden betroffener Gebiete und bei der Auswertung von Berechungsergebnissen zu beobachten. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde untersucht, wie das Geoinformationssystem (GIS) ARC/INFO für solche räumlichen Analysen bei der Untersuchung von Lärmbelastungen eingesetzt werden kann. Dazu wurden am Beispiel der Stadt Münster in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt Werkzeuge entwickelt und ausprobiert.

 

2. Ziele und Verfahrensablauf der Lärmminderungsplanung
 
Die in § 47a Bundes-Immissionsschutzgesetz verankerte Lärmminderungsplanung ist ein rechtliches Instrumentarium der Kommunen zur Verringerung und Vermeidung von Belastungen durch Geräusche. Im Gegensatz zu herkömmlichen verursacher- und emissionsbezogenen Ansätzen betrachtet sie das Lärmproblem aus dem Blickwinkel der betroffenen Gebiete und geht von den dort eingetragenen Immissionen aus. Dabei werden zwei Hauptziele verfolgt: Zum einen sollen Gebiete mit Mehrfachbelastungen durch verschiedene Geräuschquellen identifiziert und zum anderen die Planung und Umsetzung erforderlicher Maßnahmen koordiniert werden.

Lärmminderungspläne müssen aufgestellt werden, wenn die Umwelteinwirkung durch Geräusche folgende Merkmale aufweist:

Demnach kommen als potentielle Lärmquellen in Betracht: Straßen-, Schienen-, Wasser- und Luftverkehr, Gewerbe und Industrie, militärische Anlagen, Sport- und Freizeitanlagen.

Die Lärmminderungsplanung verläuft in drei großen Abschnitten (s. Abb. 1). Zunächst muß geprüft werden, ob die Ergreifung von Maßnahmen überhaupt notwendig ist (Vorprüfung). Das geschieht durch eine Abschätzung ohne genaue Berechnungen. Erst für die so herausgefilterten Gebiete wird eine rechnerische Erfassung der Schallimmissionen und der sich im Zusammenhang mit schutzwürdigen Gebieten ergebenden Konflikte durchgeführt (Feststellung). Der letzte Schritt dient der Erarbeitung von Maßnahmen zum Belastungsabbau (Maßnahmenplanung).

Abb. 1: Lärmminderungsplanung
 
3. In ARC/INFO beispielhaft realisierte Unterstützungen
 
Bei der beispielhaften Implementation einer ARC/INFO-Applikation zur Unterstützung der Lärmminderungsplanung wurden die Vorgaben des Länderausschusses für Immissionsschutz (LAI 1992) umgesetzt sowie die verschiedenen Vorschriften und Handlungsanleitungen einzelner Bundesländer beachtet. Hinsichtlich der Verfahrensschritte wurde die Maßnahmenplanung nicht explizit einbezogen. Sie ist einerseits nicht spezifisch fhr die Lärmminderungsplanung und kann sich andererseits vieler Werkzeuge bedienen, die schon fhr die Feststellung notwendig sind. Aus der Menge möglicher Schallquellen fanden nur der Straßen- und der Schienenverkehr Berücksichtigung, da diese beiden Quellen am bedeutendsten sind und zudem für sie bezüglich der Vorprüfung hinreichend konkrete Angaben vorliegen (vgl. 4.). Für die Schallimmissionsermittlung stand im Umweltamt das Programm NOISE in der Version 5.2.1 zur Verfügung. Nachfolgend sind die einzelnen Arbeitsschritte aufgeführt, fhr die Werkzeuge entwickelt wurden.
 
Vorprüfung
Feststellung (bis zu den Gesamtkonfliktplänen werden die Arbeitsschritte jeweils nach Schallquellen und Beurteilungszeiten ­ Tag und Nacht ­ getrennt durchgeführt, die Gesamtkonfliktpläne unterscheiden nur noch die Beurteilungszeiten)  
 
4. Kritische Betrachtung des GIS-Einsatzes
Allgemein
Nutzen
Grenzen Vorprüfung
Nutzen Grenzen
Feststellung
 
Nutzen
Grenzen  
 
5. Ausblick
 
Einige der unter 4. dargestellten Probleme betreffen nicht nur den GIS-Einsatz, sondern sind grundsätzlicher Natur. Sie bedürfen einer Klärung auf fachlich-methodischer Ebene (vor allem Grenzwertdiskussion).
Auf der DV-technischen Ebene ergeben sich etliche Ansatzpunkte fhr einen Ausbau der Applikation, von denen nachfolgend einige wichtige genannt seien:
Außerdem muß die Verwendung von NOISE in der vorliegenden Version überdacht werden, da sich dieses Programm aufgrund eines ungünstigen Laufzeitverhaltens als bedeutende Schwachstelle des Gesamtsystems erwiesen hat.
 
 
6. Literaturhinweise
 
Die folgenden Literaturangaben sind für einen Einstieg in die Problematik gedacht. Sie enthalten Hinweise auf die zu beachtenden Vorschriften und weiterführende Literatur.

[LAI]. LÄNDERAUSSCHUß FÜR IMMISSIONSSCHUTZ. 1992. Muster-Verwaltungsvorschrift zur Durchfhhrung des §47a BImSchG. Aufstellung von Lärmminderungsplänen. Hg. v. Ministerium für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf [ohne Verlag].

AFSHAR, Sorab; Josef Noeke. 1993. Vorprüfung zur Aufstellung von Lärmminderungsplänen in Hagen. Abschätzung von Lärmbrennpunkten. Hg. v. Presse- und Informationsamt in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt und dem Amt fhr Statistik und Stadtforschung der Stadt Hagen. Hagen [ohne Verlag].

HILLEN, Richard. 1993. Schallimmissionspläne ­ Basis von Lärmminderungsplänen. Hg. v. d. Landesanstalt für Immissionsschutz Nordrhein-Westfalen. Essen [ohne Verlag] (LIS-Berichte, 108).

LOSERT, Ralf et al. 1994. Handbuch Lärmminderungspläne. Modellhafte Lärmvorsorge und ­sanierung in ausgewählten Städten und Gemeinden. Hg. v. Umweltbundesamt. Berlin: Erich Schmidt.

RIEGGER, Peter; Michael Roth. 1994. "Integration von Ausbreitungsberechnungen in ein Geographisches Informationssystem." In: Denzer, Ralf; Reiner Güttler; Horst Deutsch (Hgg.). Visualisierung von Umweltdaten. 4. Workshop, Schloß Dagstuhl 1994. Marburg: Metropolis-Verlag (Umwelt-Informatik aktuell, 3), 99-110.


Verfasserin:

Catharina Riedemann
Schulstr. 27
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