9. Die Funktion "Steepest Path"  
 
Bearbeitet von Oda Ritter
 
Als weitere Analysemöglichkeit bietet der ArcView 3D-Analyst die Funktion "Find Steepest Path". Damit kann, ausgehend von einem beliebig gewählten Punkt in einem TIN, der steilste Weg nach "unten" berechnet werden.
In dem hier vorgestellten Beispiel wurde diese Funktion genutzt, um den möglichen Verlauf von Flußläufen zu ermitteln, deren Quellorte willkürlich in das Geländemodell eingesetzt wurden.
Aus Gründen der besseren Sichtbarkeit sind hier die Quellpunkte und Flüsse zusätzlich mit blauer Farbe markiert worden.
 
 
   

 

Mit Hilfe des "Steepest Path"- Buttons    können die Quellpunkte mit dem Cursor festgelegt werden. Das Programm sucht nun den Weg mit dem stärksten Gefälle in tiefere Ebenen des Geländemodells, den sich auch das Flußwasser suchen würde. Der berechnete Weg ist hier mit einer schwarzen Linie dargestellt.
 

   
     

 

Zu sehen sind hier die errechneten Flußläufe, die von den vier Quellpunkten ausgehen.
Da es sich um ein nicht senkenloses Geländemodell handelt, enden die Flußläufe abrupt an den Stellen, an denen kein weiteres Gefälle vorhanden ist. Bei einem senkenlosen Modell würden diese endlos weiter verlaufen.
 


 

Die Graphiken für den "Steepest Path" wurden in den 3D-View kopiert. Hier ist der Verlauf des Flußbettes am deutlichsten sichtbar. Wie in dem vorhergehenden Beispiel der Sichtlinienanalyse ist es auch hier möglich, in der Layout-Ansicht eine Gefällskurve des Flusses zu erstellen.
 


 

Die hier auf einem sehr großen Maßstab angewandte Funktion "Find Steepest Path" läßt sich natürlich auch in kleineren Geländeausschnitten anwenden. Für eine weitergehende Berechnung von Fließgewässern ist jedoch die Anwendung der Extension "Hydrologic Modelling" sinnvoll, bei der auch Faktoren wie Fließgeschwindigkeit und Wassermenge berücksichtigt werden können. Dies ist mit dem 3D-Analyst allein nicht möglich.
Um den hier "blind" endenden Flüssen dennoch eine Mündung zu verleihen, wurde in der nachfolgenden Darstellung ein Polygon eingefügt, das, in die 3D-Ansicht kopiert, einen Stausee darstellen soll.
 


 

In den 3D-View kopiert, wurde dem Polygon lediglich ein Höhenwert zugewiesen, so daß dieses die Senke auf halber Höhe durchschneidet und somit optisch "auffüllt".
 

 

 
[<<< zurück] [weiter >>>]